Yogatherapie

In meinen Privatstunden oder Duo-Stunden, noch mehr als in den Gruppenklassen, arbeite ich gerne mit einem therapeutischen Ansatz. Das heißt für meine Schüler*Innen, dass wir erst allgemein aber auch spezifisch an deine persönlichen Themen heran gehen. Ob es gerade darum geht, Krisen zu durchlaufen oder Stress abzubauen oder du einfach nur mehr Körpergefühl und Bewusstsein entwickeln möchtest. Das alles ist mit dem therapeutischen Ansatz noch stärker möglich.

Therapeutisch heißt für mich, dass ich sehr viel öfter Hilfsmittel, wie Blöcke, Bolster oder Gurte einsetze und die Bewegungsabläufe so zusammenbaue, dass es nicht immer darum geht, noch mehr Sequenzen zu lernen oder fortgeschrittene Haltungen einzunehmen. Vielmehr gilt es, diese so lange zu modifizieren, bis der Schülerin die ganze Wirkung der Haltung zugänglich ist, ohne ins Extreme gehen zu müssen. Im Grunde arbeiten wir mehr mit dem ursprünglichen „Ziel“ des Yoga, nämlich den eigenen Atem und Körper wieder zu harmonisieren.

Durch meine lange und sehr intensive Arbeit mit einem an Krebs erkrankten Schüler, z.b., habe ich viel darüber lernen können, was es heißt, wenn jemand beispielsweise gar nicht so viel bewegtes Yoga (Asana) üben kann. Hier ging es schwerpunktmäßig darum, sich auf bestimmte Stadien der Krankheit vorbereiten zu können, das was in dieser Phase passiert, und in der man nicht viel aktiv gegen die Krankheit unternehmen konnte, anzunehmen, ihr sogar mit Mut und Optimismus begegnen zu können. In diesem Fall geschah der Großteil des yogischen Arbeitens fast nur durch Atemarbeit (Pranayama) und geführte Meditationen, bzw. Yoga Nidra (“yogischer Schlaf”).

Mit einer anderen Schülerin ging es darum, ihre eigene Praxis zu vertiefen und sie in ihrer oft sehr aufreibenden und selten weit im Voraus planbaren, kreativen Arbeit zu unterstützen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen yoga-therapeutisch zu unterstützen, denn Yogatherapie wird ganz individuell und in Tandem mit Schüler*Innen und der eigenen Reflektionsfähigkeit entwickelt.